„Seniorenpolitische Anliegen im Bayernplan“ in die Website unter „Aktuelles“

Sehr geehrte Leserinnen und Leser unserer Website,

die Senioren-Union der CSU steht zusammen mit der CSU vor entscheidenden Wochen. Am 24. September steht Deutschland vor einer Richtungswahl. CDU und CSU haben sich mit ihrem gemeinsamen Regierungsprogramm inhaltlich positioniert, die CSU diese Positionen mit ihrem Bayernplan noch einmal konkretisiert. In diesem Bayernplan – dem Programm der CSU zur Bundestagswahl – finden sich zahlreiche Positionen wieder, die der Senioren-Union wichtig waren und sind. Im weiteren Text finden Sie die zentralen seniorenpolitischen Anliegen aus dem Bayernplan.

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Feinstaub durch den Diesel? Einfach lächerlich!

SEN Kreisvorstandssitzung München Land

Am 25. Juli tagte der Kreisvorstand der Senioren Union München Land in Taufkirchen

SEN KVS250717 fürs Web

Teilnehmer von l nach r: Heinrich Fischer, Karin Horn-Müller, Ekkehard Wolf, Martina Weber, Irina Ionescu-Cojocaru, Ilse Weiß, Axel Pfeiffer, Werner P. Hohmann, Uli Lardschneider, Hans Werner Politsch, Ladislaus Wolowicz, Prof. Stephan Braun, Gernot Roßmanith, Rolf Zeitler, Helmut Engelmann, Peter Benthues

Zwischenruf!

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Buchempfehlung: Die Zahlentrickser

Gerd Bosbach

Jens Jürgen Korff

 Das Märchen von den aussterbenden Deutschen

und andere Statistiklügen

Verehrte Leserinnen und Leser unserer Website!

Wer am Fortgang unseres Gemeinwesens interessiert ist, weiß es längst: Industrie, Handel, Finanzwirtschaft, Politik, Interessenverbände und andere Gruppierungen, leider auch hohe Vertreter von Behörden, bedienen sich eigens gestalteter Statistiken und anderer Zahlenwerke, um ihre Argumente, die einem bestimmten Ziel dienen, zu untermauern. Viele geneigte Betrachter fallen immer wieder darauf herein und schon ist wieder ein neuer „Mainstream“ entstanden, dem ein großer Teil der Bevölkerung folgt.

Nach ihrem Bestseller „Lügen mit Zahlen“ geben Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff mit ihrem neuen Werk „Die Zahlentrickser“ dem interessierten und kritischen Betrachter ein Werkzeug in die Hand, Manipulationen von Zahlen und Grafiken zu erkennen und damit Absichten zu entlarven.

Das Buch fesselt, und es ist spannend. Es ist deswegen spannend, weil die beiden Autoren konsequent durch alle 13 Kapitel ihres Buches Bezug nehmen auf aktuelle Sachverhalte, Ereignisse, Zustände und Missstände.

Klar kommen Bosbachs und Korffs politisches Engagement und politische Positionen zum Ausdruck. So ist man in Versuchung, das Werk in die hergebrachten politischen Richtungen einzuordnen. Das Buch ist nicht links, schon gar nicht rechts, auch nicht in der „Mitte“. Es ist ganz einfach vernünftig.

Die Autoren sind mit dem Herzen dabei und bleiben sachlich. Wohltuend ist die einfache und lockere Sprache des Buches. Besonders hilfreich ist das letzte Kapitel. Dort geben die Autoren einen Überblick über das Methoden-Arsenal der Zahlentrickser. Das schärft das Urteilsvermögen.

Insgesamt wieder ein sehr gutes und dem breiteren Publikum nützendes Werk aus der Feder dieser beiden Statistik-Fachleute.

Eine Leseprobe finden Sie unter https://www.randomhouse.de/leseprobe/Die-Zahlentrickser-Das-Maerchen-von-den-aussterbenden-Deutschen-und-andere-Statistikluegen/leseprobe_9783453201323.pdf

Prof. Dr. Gerd Bosbach, geboren 1953, lehrt Statistik und Empirie an der Hochschule Koblenz. Jens Jürgen Korff M. A., geboren 1960, ist studierter Historiker und Politologe, Werbe- und Webtexter und Autor von Umweltlexika.

Hanns Peter Wagner

wph

Der neue Kreisvorstand

k 21Neuer Kreisvorstand 2017

Die Mitglieder des neuen Kreisvorstands mit dem Ehrenkreisvorsitzenden Hanns Peter Wagner Von links: Dr. Hans W. Politsch, stv. Kreisvorsitzender; Helmut Englmann, Beisitzer; Gernot Roßmanith, Beisitzer; Hanns Peter Wagner; Ilse Weiß, Kreisvorsitzende; Martina Weber, Schriftführerin; Irina Ionescu-Cojocaru, Beisitzerin; Dr. Axel Pfeiffer, Beisitzer; Ulrich Lardschneider, stv. Vorsitzender.

Nicht auf dem Bild: Werner P. Hohmann und Rolf Zeitler, stv. Vorsitzende; Karin Horn-Müller; Dr. Klaus Thoma und Ekkehard Wolff, Beisitzer.

 

Hanns Peter Wagner neuer Ehrenkreisvorsitzender

k 20 Ilse Weiss H P Wagner

Hanns Peter Wagner gratuliert seiner Nachfolgerin Bezirks- und Kreisrätin Ilse Weiß als Kreisvorsitzende der SEN München-Land

WPH

SENetz Mai 2017

 

 

Sehr geehrter Herr Hohmann! Sehr geehrte Damen und Herren!

die aktuellen Ereignisse rund um unsere SEN-Themen sind einerseits erfreulich, weil die aktuelle Rentenanpassung wie 2016 schon so ausfällt, dass wir im Augenblick darauf verzichten zu können meinen, erneut zu lauthals Widerstand gegen die sichtbare Tendenz anzumelden. Wenn allerdings die Rentenentwicklung wie in den Jahren vor 2016 den Abstand zwischen Arbeitseinkommen und Renten/Pensionen weiter sp reizt, mahnen wir ab sofort ein generationenübergreifend faireres Vorgehen der Gesetzgeber an. Wir denken an die Adenauer-Zusage bei der Einführung der Renten, wonach auch die Ausruhgeneration einen Anspruch auf das immer wieder wachsende BIP-Potential in der aktuellen Lohnentwicklung geltend machen können muss.

Beim Stand der gesellschaftlichen Debatte setzen wir darauf, die Seehofersche Ankündigung, den Rentnerabfall in einem zeitgemäßen Gesellschaftskonzept der kommenden Jahre Zug um Zug abzubauen, auch konkret angepackt zu finden. Zugesagt ist, dass in diesem Sommer (nach einer Vorstandsklausur jetzt am 19./20. Mai) eine CSU-Initiative für eine absehbare Rentengerechtigkeit gestartet wird. Durch unsere Ergoldinger Beschlüsse aus 2014 steht für die guten Absichten eine umsetzungstaugliche Schrittfolge zur Verfügung. Lassen Sie uns die Wochen bis zum Bundestagswahltag im September nutzen, unsere und die anderen Berliner Mandatare an die überfällige Einlösung längst gegebener Versprechen zu erinnern. Vielfältige Begegnungen, die angesagt sind, müssen die Tropfen ersetzen, die den Stein der Blockade höhlen. Weiteres Zuwarten lässt uns nicht ruhig bleiben.

Darauf, in der öffentlichen Diskussion dieser Themen und anderer aktueller SEN-Anliegen (in Gesundheit, Pflege und Wohnanliegen) auf Sie alle rechnen zu können, setzt Ihr

Dr. Thomas Goppel, MdL
SEN-Landesvorsitzender

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Verabschiedung von Hans Peter Wagner als Kreisvorsitzender der SEN

Ehrenkreisvorsitzender der Senioren-Union München Land

Hans Peter Wagner war 8 Jahre lang Kreisvorsitzender der Senioren-Union des Kreisverbandes München-Land. Vor allem aus gesundheitlichen Gründen kandidierte er in der Kreishauptversammlung am 4. Mai 2017 nicht mehr erneut für dieses Amt. Dies wurde von der Kreisversammlung tief bedauert. Aber seine Krankheit, die ihn seine ganze Amtszeit begleitete, fordert ihren Tribut.

In seinem letzten Rechenschaftsbericht meinte Hans Peter Wagner, in den 18 Jahren ihres Bestehens sei die Senioren-Union lange Zeit von der Mutterpartei CSU nicht so angenommen worden, wie es wünschenswert gewesen wäre. In den letzten sechs Jahren habe sich dies indessen geändert. Viele Anträge der Senioren-Union seien vom Parteitag der CSU angenommen worden.

Dem widersprach in dieser Allgemeinheit sein bisheriger Stellvertreter Ulrich Lardschneider in seiner Laudatio. In vielen Ortsverbänden sei die von der Parteisatzung festgelegte Aufgabe der Senioren-Union noch nicht angekommen. Gemäß der Satzung soll die Senioren-Union am politischen Leben mitgestalten, zu allen wichtigen Themen der Zeit Stellung nehmen und die Lebenserfahrung der älteren Generation einbringen. Richtig müsste der Leitspruch der Senioren-Union deshalb heißen: „Erfahrung gestaltet Gegenwart“. Die Älteren seien nicht Objekt der Fürsorge durch die Jüngeren. Die Senioren-Union sei kein Betreuungsverein, ihr Wirken erschöpfe sich nicht in geselligen Zusammenkünften und in Ausflügen nach nah und fern. Ihre Aufgabe sei es nicht, nur Wählerstimmen für die Union einzubringen. Der Anteil der Älteren an der Bevölkerung wachse stetig. Diese gehörten zur Stammwählerschaft der Union. Zutreffend sei aber, dass Hans Peter Wagner zu den Persönlichkeiten gehöre, die auf Kreis- und vor allem auf Landesebene sich für die Senioren-Union Gehör verschafft habe. Er habe in seiner eigenen Person bewiesen, dass die Senioren-Union durchaus in der Lage ist, Einfluss auf die Politik zu nehmen. In besonderem Maße habe er dies im Arbeitskreis Rente der Senioren-Union auf Landesebene zusammen mit Rudi Kraus gezeigt. Das Rentenpapier der Senioren-Union habe große Resonanz gefunden.. Dabei habe ihm seine vergangene berufliche Tätigkeit geholfen, ein Gewinn für die SEN. Ob sich die Gedanken zur gesetzlichen Rente aber durchsetzen werden, sei noch offen. Leider habe der politische Gegner den von ihr mitverursachten Abbau der gesetzlichen Rente zum primären Wahlkampfthema erhoben, während die Union die Totgeburt „Riesterrente“ immer noch hochhalte. Seine engagierten Artikel im Internetauftritt des Kreisverbandes seien viel gelesen

Seine Wahl zum Kreisvorsitzenden in Pullach im Jahr 2009 war eine turbulente Wahl. In der Rückschau war sie eine gute Wahl. Die politische Arbeit in der Senioren-Union ist mehr oder weniger zum Lebensinhalt geworden. Er wird auch in Zukunft von ihr nicht lassen können. Dies würde seiner kämpferischen Natur widersprechen. Schon in den 70-iger Jahren war H.P.W. in der JU in München stark involviert. 1999 gründete er zusammen mit dem Ehrenkreisvorsitzenden Otto Glaser den Kreisverband der SEN in München-Land. Von 2005 bis 2009 war er vor seiner Wahl zum Vorsitzenden Stellvertreter und zeitweise ab 2007 stellvertretender Bezirksvorsitzender von Oberbayern. Neben der Arbeit im Landesvorstand und im Arbeitskreis Rente ist er Mitglied in der Antragskommission.

H.P.W. gehört dem vierten bayrischen Stamm an, der seine Heimat in Nordböhmen verloren hat. Er hat aber dazu Wurzeln im Weinviertel in Niederösterreich und damit eine Begeisterung für einen guten Tropfen. Deshalb übergab ihm der Laudator eine Kiste Wein, in der auch ein guter „Veltliner“ nicht fehlen durfte, als Dankeschön des Kreisverbands; und als Vielbelesenem tiefschürfender Literatur ein entsprechendes Buch. Und was macht ein politisch aktiver Mensch ohne seine Frau im Hintergrund? Den großen Dank für deren stille Mitarbeit erhielt Frau Wagner einen großen Strauß Blumen. Mit einer Urkunde dankte ihm der Landesvorsitzende der CSU für die getane Arbeit.

Durch Akklamation bestimmte die Kreisversammlung H.P. Wagner zum Ehrenvorsitzenden. Die entsprechende Urkunde wird ihm noch überreicht werden.

U.L. / WPH

 

Senioren-Union der CSU München-Land unter neuer Führung

Anlässlich der turnusmäßigen Hauptversammlung des Kreisverbandes München-Land am

4 Mai 2017 wurde der Kreisvorstand neu gewählt. Nachfolgerin von Hanns Peter Wagner an der Spitze, der sich nicht mehr um das Amt des Kreisvorsitzenden bewarb, wurde Neurieds Altbürgermeisterin Ilse Weiss, Bezirks- und Kreisrätin.

Als stellvertretende Kreisvorsitzende wurden wiedergewählt Werner Hohmann (Neuried), Ulrich Lardschneider (Neuried) und Dipl.-Ing. Dr. Hans Werner Politsch (Pullach). Neu gewählt wurde Unterschleißheims Altbürgermeister Rolf Zeitler.

Wiedergewählt wurde als Schriftführerin Martina Weber (Pullach) und als Schatzmeister Peter Benthues (Oberschleißheim). Beide werden, wenn alles gut geht, zum Zeitpunkt der Kreishauptversammlung 2019 ihr zwanzigjähriges Dienstjubiläum in ihren Funktionen feiern können.

Als Beisitzer im Kreisvorstand wurden wiedergewählt Karin Horn-Müller (Neuried), Dr. Axel Pfeiffer (Pullach), Dr. Klaus Thoma (Hohenschäftlarn) und Ekkehard Wolff (Taufkirchen). Neu gewählt wurden Aschheims Altbürgermeister Helmut Englmann, Irina Ionescu-Cojocaru (Garching) und Gernot Rossmanith (Putzbrunn).

 

Als Kassenprüfer wurde wieder gewählt Edgar Mühl (Ismaning); neu gewählt wurde Heinrich Fischer (Pullach)

Die personelle Zusammensetzung des neuen Kreisvorstands lässt die Annahme zu, dass ein Schwerpunkt seiner Arbeit die Kommunalpolitik des Landkreises sein wird. In ihrer Ansprache sagte Ilse Weiss, sie wolle Bewährtes fortführen und die Anliegen der Seniorinnen und Senioren im Landkreis kraftvoll vertreten. Ein langfristiges Ziel sei es, neue Ortsverbände zu gründen.

In seinem Bericht führte der scheidende Kreisvorsitzende aus, dass es für seinen Amtsverzicht zwei Gründe gibt. Der eine Grund sei seine gesundheitliche Verfassung, die immer weniger Raum für seine ehrenamtliche Tätigkeit lässt. Er will, das ist der weitere Grund, dass die Arbeit des Kreisvorstands unter neuer Führung neue Impulse und neuen Schwung bekommt. Verwirklicht sieht Hanns Peter Wagner das in Ilse Weiss, seiner Wunschkandidatin.

Dem Anlass angemessen war der Bericht des Kreisvorsitzenden ein längerer Rückblick auf die Entwicklung und die Arbeit der Senioren-Union allgemein und des Kreisverbandes im Besonderen. In den 18 Jahren ihres Bestehens war die Senioren-Union lange Zeit zwar respektiert, doch nicht so akzeptiert, wie es wünschenswert gewesen wäre. Somit fanden die politischen Anliegen der Senioren-Union kaum Gehör. Das änderte sich in den letzten circa sechs Jahren wesentlich. Als Beispiel führte Hanns Peter Wagner die vielen Anträge der Senioren-Union an, denen die CSU-Parteitage zugestimmt hatten.

Ein Gebiet nannte Hanns Peter Wagner, auf dem die Senioren-Union nicht vorangekommen ist. Es ist die Energiewende, hier in Sonderheit das Erneuerbare Energiengesetz. Hier beißt die Senioren-Union auf Granit. Unser Energie-Experte Dr. Hans Werner Politsch hat in seinen Vorträgen und Denkschriften mehrfach auf den Skandal hingewiesen, dass immer mehr Haushalte in der unteren Einkommensklasse ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen können. Davon betroffen sind in großer Zahl auch Rentnerinnen und Rentner.

Weil die Bundestagswahl bevorsteht, ging Hanns Peter Wagner auf die aktuelle Politik ein, eigentlich allein auf die Krise der Europäischen Union. Die EU steht auf einem schicksalhaften Scheideweg, je nachdem, wer der beiden verbliebenen Kandidaten der neue Präsident Frankreichs wird.

Mit einem persönlichen Dank an die Mitglieder des scheidenden Kreisvorstands und an den CSU-Kreisvorsitzenden Florian Hahn und an seinen Vorgänger Ernst Weidenbusch und mit einem Appell an die Mitglieder, den Kreisverband nicht nur zusammenzuhalten, sondern zu vergrößern, verabschiedete sich Hanns Peter Wagner. Die Hauptversammlung ernannte Hanns Peter Wagner zum Ehrenvorsitzendem.

HPW / 06.05.2017

Zahlen belegen eindeutig: Wirtschaftswachstum und Alterung - das geht problemlos

Von Prof. Dr. Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff M. A.

Köln/Herford, 4. Mai 2017

Die Deutsche Bundesbank warnt wegen des demographischen Wandels vor einer deutlichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf mittlere Sicht. In den Jahren 2021 bis 2025 werde das trendmäßige Wachstum voraussichtlich auf 0,75 Prozent zurückgehen (zum Vergleich: 1,25 Prozent in den Jahren 2011 bis 2016), teilte die Bundesbank in ihrem Monatsbericht April 2017 mit. Die Meldung reiht sich ein in viele Prognosen, nach denen die Alterung der Gesellschaft aufs Wirtschaftswachstum schlagen werde. Doch ist das überhaupt plausibel? Wir schauen uns das mal näher an!

Schon der flüchtige Blick auf die jährlichen Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes (BIP) lässt Zweifel aufkommen – denn wir sehen dort: Das BIP wächst im Schnitt stärker, obwohl die Gesellschaft altert, also der Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung zunimmt. Wenn wir uns die Entwicklung von 1991 bis 2015 genauer anschauen, finden wir keinerlei Beleg für die These, dass Alterung schädlich fürs Wirtschaftswachstum sei: So ist der Anteil der 65-Jährigen und Älteren von 15 auf 21,1 % gestiegen. Gleichzeitig ist das BIP um 36,9 % gestiegen.

  1. Die angeblich dramatische Alterung in Zahlen

(eine übersichtliche Tabelle finden Sie im Anhang, die Entwicklung seit 2000 weiter unten im Text)

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer ist seit 1991 um 6,0 Jahre, die der Frauen um 4,3 Jahre gestiegen.

Der Anteil von 65+ (65 und älter) stieg von 15,0 auf 21,1 Prozent. Das ist ein satter Anstieg um über 40 Prozent.

Der Anteil der unter 20-Jährigen sank von 21,5 auf 18,3 Prozent. Das ist ein Rückgang um fast 15 Prozent.

Aus solchen Veränderungsraten wurden und werden Angstszenarien aufgebaut. Allerdings nur für die Zukunft. Wenn sie in der bereits bewältigten Vergangenheit liegen, werden sie oft ignoriert.

  1. Die parallele wirtschaftliche Entwicklung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg preisbereinigt um 36,9 % (Kettenindex des Statistischen Bundesamtes, s. Anhang).

Da parallel die Bevölkerung um knapp eine Million Köpfe gewachsen ist, geben wir statistisch sauberer das BIP pro Kopf an. Dieses ist um 33,8 % gestiegen.

  1. Quintessenz

Die deutliche Alterung seit der Wiedervereinigung war mit einer Wirtschaftsleistung verbunden, die real deutlich gewachsen ist. Der Abbau von Sozialleistungen in dieser Zeit lag also nicht an der demografischen Alterung. Das Kaninchen kann den Blick getrost einmal von der Schlange Demografie abwenden und eine andere Schlange ins Visier nehmen: nämlich die Frage, wie das wachsende erwirtschaftete Produkt verteilt wurde und wird.

  1. Die unvermeidlichen Feinheiten des Statistikers und die aktuellere Entwicklung seit dem Jahr 2000

a) Der Betrachtungszeitraum wurde mit 2015 begrenzt, da noch nicht alle Daten für 2016 vorliegen.

b) Der Zeitraum umfasst mit 24 Jahren deutlich weniger als die oft benutzten 50-Jahres-Prognosen. Die oben angegeben Entwicklung des BIP pro Kopf ergäbe hochgerechnet auf 50 Jahre ein Wachstum von mehr als 80 Prozent (wegen des Zinseszinseffektes). Das bedeutet: Auch eine deutliche Alterung ist finanzierbar.

c) Der Betrachtungszeitraum war keine Boomzeit, sondern von größeren wirtschaftlichen Problemen begleitet: Schwierigkeiten beim Aufbau Ost, Depression 2000 bis 2005, Finanzkrise mit einem Minus von 5,6% beim BIP im Jahr 2009. Wir haben also nicht besonders gute Jahre ausgesucht, um unsere These zu belegen, dass Wirtschaftswachstum und Alterung problemlos zusammengehen.

d) Bei den Bevölkerungszahlen haben wir die offiziellen Daten des Statistischen Bundesamtes genutzt, auch wenn dort die beim Zensus 2011 ermittelte Überschätzung von 1,4 Millionen Menschen nicht für die Vorjahre bereinigt wurden (s. Tabelle im Anhang). Für den Vergleich 2015 mit 1991 ist das völlig unproblematisch, der nachfolgende Vergleich zu 2000 spiegelt aus diesem Grund die Wirklichkeit nicht ganz genau wider.

e) Die Entwicklung von 2000 bis 2015: Die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer ist seit 2000 um 3,1 Jahre, die der Frauen um 1,9 Jahre gestiegen. Der Anteil von 65+ (65 und älter) stieg von 16,7 auf 21,1 Prozent. Das ist ein satter Anstieg um über 26 Prozent. Der Anteil der unter 20-Jährigen sank von 21,1 auf 18,3 Prozent. Das ist ein Rückgang um gut 13 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im gleichen Zeitraum preisbereinigt  um 18,3 Prozent. Das BIP pro Kopf stieg wegen der leicht gesunkener Bevölkerungszahl sogar um + 18,5 Prozent

f) Details zum von der Deutschen Bank befürchteten Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials und zur Frage, ob 0,75% durchschnittliches Wachstum bei zurückgehender Bevölkerungszahl überhaupt ein Problem sind, finden Sie in unserem am 22. Mai erscheinenden Buch "Die Zahlentrickser", Kap. 6 Schrumpfen, Pflegen und Vergreisen: Vier Einwände gegen das demografische Gruselkabinett.

 

© SEN München Land 2017